Was eint 108 Tabler aus 11 Ländern sich in Hamburg zu treffen, zu feiern und den Spirit von Round Table hochleben zu lassen? Es ist die Verbundenheit zu einem Tisch mit einer Doppel-Null (00) und dem Interesse am internationalen Austausch. Hieraus entstand vor genau 50 Jahren in Dänemark die Idee doch genau aus dieser Zufälligkeit ein internationales Meeting aus der Taufe zu heben. Wir treffen uns hierzu jedes Jahr in einem der teilnehmenden Länder und der jeweilige austragende versucht sich, seinen Tisch und seine Stadt von der besten Seite zu präsentieren. Und so war es dieses Jahr die große Ehre für Round Table 100 aus Hamburg genau dieses Treffen zum 50. Mal auszutragen. Daran nahmen Tabler aus Aberdeen (Schottland), Bourges (Frankreich), Gent (Belgien), Henley-on-Thames (England), Madras (Indien), Mtubatuba (South Africa), Naantali (Finnland), Oesterbro (Dänemark), West-Friesland (Niederlande) und natürlich wir von RT 100 Hamburg, teil.

Mehr als ein Jahr der Planung und Koordination sowie dem harten Kampf um coole Locations in Hamburg zur besten Hochzeitszeit lagen hinter uns, als am Donnerstag dem 25. Mai die ersten Horden aus Indien am Flughafen eintrafen. Der generalstabsmäßig geplante Transfer zu den Kasematten neben dem Dammtorbahnhof lief an und spülte nach und nach den größten Teil der Teilnehmer in unsere erste Location, ausstaffiert mit Bar und DJ. Ab 12 wurde sich hier begrüßt und die Gäste an die Hosts übergeben. Ab 18 Uhr startete dann der erste Partyabend, ein Food-Truck versorgte die hungrigen Tabler mit den „Best Burger in Town“. Für reichlich Getränke war gesorgt und nachdem der DJ direkt an die Bar umgezogen war eskalierte die Stimmung ins unermessliche… Was für eine rauschende, erste Nacht in Hamburg für uns alle! Am nächsten Morgen zeigten sich zwar bereits erste Ausfallerscheinungen und auch das deutsche Zeitverständnis zeigte noch deutliches Verbesserungspotential bei einigen Teilnehmern, dennoch fanden sich früher oder später (fast) alle Teilnehmer zum ersten Höhepunkt an der Alster ein. Insgesamt 4 Drachenboote wollten besetzt und tatkräftig in Bewegung versetzt werden. Wasser wurde geladen, Bier ebenso und die Ersten ahnten was auf uns zukam, als Handys und Wertsachen wasserfest verschlossen wurden. Bei bestem Sonnenwetter stachen wir alle unter hervorragender Führung des Teams des „Alsteranlegers“ in See und paddelten zunächst noch recht chaotisch, doch mit der Zeit und dem ersten Korrekturbier immer synchroner über die Außenalster und durch die schönen Hamburger Kanäle. Man ahnt, dass bei bestem Wetter und sommerlichen Temperaturen, sowie den immer wieder aufblitzenden Racingambitionen einiger, nicht nur hart gekämpft, sondern letztlich auch keine Faser trocken blieb. Machte aber nichts, war ja Sommer! Eine herrliche Tour die nachmittags chillig am Anleger bei Gegrilltem und Salat langsam ausklang. Abends waren bereits die nächsten Festivitäten geplant: Homehostingdinner! Einige Tabler von uns öffneten Ihr Haus und verköstigten hervorragend unsere Internationalen Gäste und weitere Tabler trafen sich zusätzlich im DÖNS direkt auf dem Elbanleger. in Ermangelung einer großen Wohnung einiger junger Tabler als herausragende Alternative organisiert, wobei ein Feiern bis in die frühen Morgenstunden möglich war. Wer wollte, traf sich ab Mitternacht in der Barbarabar und machte zusätzlich den Kiez unsicher. Dies gelang einigen so gut, dass am Folgetag der offizielle Part einige Zeit zu spät anfing. Es beherbergte uns die Hamburger Hauptfeuerwache Berliner-Tor. Dort trafen wir uns, um einem strengen, über 50 Jahre entwickelten Prozedere zunächst über einige zu unterstützenden Serviceprojekte und die Weiterentwicklung unserer Community zu beratschlagen. Anschließend stellte jeder Tisch nicht nur seine Aktivitäten vor, man präsentierte zusätzlich auch eine kleine alkoholische Spezialität des eigenen Landes. Erneut eine Herausforderung nachdem man „doch eben erst“ vom Kiez gekommen war. Die mitgereisten Ladies bestaunten parallel die architektonischen Höhepunkte der Hafencity, einschließlich der Elbphilharmonie und hatten Gelegenheit zu einer organisierten Shoppingtour in der schönsten Stadt der Welt. Ebenfalls ein überaus gelungenes Alternativprogramm.

Der letzte Abend warf bereits lange im Vorhinein seine Schatten voraus. Der abschließende Galaabend auf der Rickmer Rickmers, eines unserer Traditionsschiffe an den St. Pauli Landungsbrücken, welches seinerzeit als Segler den Atlantik überquerte, um seinen Ruhestand in der Hafenatmosphäre als Event- und Museumsschiff zu genießen. Der Wettergott war uns immer noch hold und Hamburg präsentierte sich von der besten Seite, denn schließlich regne es ja „nur“ in Hamburg, wenn man der einschlägigen Literatur Glauben schenken sollte. HAMBURG AT IT’S BEST!!! Die Damen in Abendrobe, die Herren in Smoking, die Schotten stilecht im Kilt. Ein Shanty-Chor stimmte unsere Gäste auf einen richtigen Seemannsabend ein und es zeigte sich, dass Labskaus für einige dann doch ungewohnt war (wenn auch nur als Zwischengang). Das Programm getragen von Dankesreden und der Übergabe von tollen Gastgeschenken eilte auf seinen letzten Hohepunkt zu. Der DJ spielte bis Nachts um 3 und ließ das Tanzbein von uns allen ausgiebig schwingen. Was für ein Abend!!! 

Am Sonntag, nach viel zu wenig Schlaf, trafen wir uns zum Farewell-Frühstück zu einem ausgiebigen Brunch im Grindelviertel. Drei Tage des ordentlichen Feierns, dem auffrischen alter und neuer Freundschaften und dem gemeinsamen Besinnen auf die Grundlage all unseren Handelns „adopt, adapt, improve“ hatte zu einem unvergesslichen Wochenende geführt. Jenks als einer der ältesten Teilnehmer in Anbetracht von 19 teilgenommenen „00“ sagte sehr treffend: „Beim 00 triffst Du Freunde, die Du vorher noch nicht getroffen hattest“ Sehr richtig! Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr in Kopenhagen zum 51. Treffen! Aber jetzt heißt es erst einmal ausschlafen!

25. Mai 2017